Alles, was du über Darts wissen musst...
Darts ist mehr als Pfeile und Punkte – es ist Präzision, Technik, Psychologie und Materialkunde. In unserem „KnowHow“-Bereich findest du wertvolles Wissen, verständlich aufbereitet – ob für Einsteiger oder Fortgeschrittene.


DARTS-KUNDE

Das Regelwerk einfach erklärt


Hier geben wir dir einen kleinen Einblick in die wichtigsten Regeln des Steeldarts, basierend auf dem offiziellen Regelwerk des Rheinland-Pfälzischen Dartverbands (RPDV).

Grundregeln

  • Gespielt wird auf eine klassische Steeldarts-Scheibe mit einem Abstand von 2,37m (Wurflinie/Oche) und einer Höhe von 1,73m (Bullseye-Mitte).
  • Gängige Spielform: 501 Double-Out - Jeder Spieler startet mit 501 Punkten. Ziel ist es, exakt 0 Punkte zu erreichen, wobei der letzte Wurf ein Doppelfeld treffen muss (z.B. D16 bei Rest 32).
  • Sets & Legs: Ein Match besteht aus mehreren „Legs“ (Sätze) und/oder „Sets“ (Leg-Gruppen), je nach Turnierformat.

Zählweise

  • Single-Feld: Zählt einfach (z.B. S20 = 20 Punkte)
  • Double (äußerer Ring): Zählt doppelt (D20 = 40 Punkte)
  • Triple (innerer Ring): Zählt dreifach (T20 = 60 Punkte)
  • Bullseye: Äußeres Bull = 25 Punkte, inneres Bull = 50 Punkte

Weitere wichtige Regeln

  • Überwerfen („Bust“): Wird bei einem Durchgang (Aufnahme mit 3 Darts) der noch bestehende Restpunktewert "überworfen", also unter "0" abgeschlossen, gilt diese Aufnahme als ungültig und der ursprüngliche Punktestand vor der Aufnahme wird wieder eingestellt.
  • Double (äußerer Ring): Zählt doppelt (D20 = 40 Punkte)
  • Triple (innerer Ring): Zählt dreifach (T20 = 60 Punkte)
  • Es gelten die Regeln des RPDV – bei Ligaspielen, Turnieren und offiziellen Veranstaltungen.

Tipp:

Wer regelmäßig spielt, sollte sich mit dem RPDV-Regelwerk vertraut machen.

AUSRÜSTUNG

Was braucht man zum Dartsspielen?


Eine gute Ausrüstung ist die Basis für sauberes Spiel. Doch gerade Einsteiger stehen oft vor einem unübersichtlichen Angebot. Hier erklären wir die Grundlagen.

Darts

  • Bestehen aus Spitze, Barrel, Schaft und Flight.
  • Gewicht meist zwischen 18–26g
  • Anfänger starten oft mit 21–23g, später je nach Wurfstil anpassen.
  • Tipp: Teste verschiedene Gewichte und Griffarten – „der perfekte Dart“ ist absolut individuell!

Dartboard

  • Klassisches Steeldartboard aus Sisalfasern.
  • Wichtig! Turniergerechte Maße und Spider (Draht) möglichst dünn (z.B. bei „Blade 6“ von Winmau oder "Tor" von Target).

Zubehör & Ausstattung

  • Board-Surround. Weiche Umrandung des Dartboards zum Schutz der Wand.
  • Board-Beleuchtung wie Ringlicht oder LED-Setup (z.B. „Plasma“ von Winmau oder "Corona Vision" von Target).
  • Oche (Wurflinie): Dart-Teppich, Klebestreifen oder fest installierter Wurfbalken.
  • Scoreboard zum Erfassen der Punkte, klassisch mit Kreide/Whiteboard oder digital per App (z.B. "Dart Counter" von Target).

Tipps zur Anschaffung

  • Zunächst testen, testen, testen! Die Anforderungen an den "richtigen" Dart sind super vielfältig und extrem individuell.
  • Kein "Billig-Dartset" aus dem Supermarkt – lieber gezielt Einzelteile kaufen.
  • Flights und Shafts immer auf Vorrat haben.
  • Kauft nicht einfach nur online nach Aussehen der Darts. Lasst euch beraten oder kommt zu einem unserer Trainingstage – da könnt ihr verschiedene Setups ausprobieren!
Dartpfeil


DIE PERFEKTE SHAFT-FLIGHT KOMBO

Systematische Übersicht am Beispiel von Target K-FLEX


Wir haben uns bei dieser Übersicht auf Target K-FLEX bezogen, weil es sich hierbei um ein standartisiertes & direkt vergleichbares System handelt. Die Kombination aus Shaft-Länge und Flight-Größe lässt sich aber auch sehr gut auf Standard-Flightsysteme adaptieren.

Grundprinzip des Target K-FLEX

Das Target K-Flex ist ein integriertes Flight- und Schaftsystem: Flight und Schaft sind fest miteinander verbunden.
Dadurch entfällt das typische Lösen des Flights, und die Flight-Flügel bleiben dauerhaft im perfekten 90°-Winkel zur Dart-Achse - was zu gleichmäßigeren Flugeigenschaften führt.

Zusätzliche Merkmale:
- Patentiertes Flex-System: Der Schaft kann bei Kontakten (z. B. Treffer eines anderen Darts) etwas „nachgeben“, um Abpraller (Bouncer) zu reduzieren.
- Leicht und stabil: kombiniert die Vorteile leichter Flights mit robustem Material.

Grundparameter

Die K-FLEX-Shaftlängen werden ohne Gewinde gemessen (also vom Beginn des Shafts bis zum Beginn des Flights) – so unterscheidet sich die effektive Gesamtlänge von herkömmlichen Systemen.
K-FLEX SHAFT GEMESSEN (ohne Gewinde) ENTSPRICHT ETWA WIRKUNG
SHORT

19 mm

~34 mm normaler Shaft

Schwerpunkt vorne, schnelle Reaktion, wenig Eigenstabilisierung

INTERMEDIATE

26 mm

~41 mm normaler Shaft

Neutral, ausgewogen, sehr vielseitig

MEDIUM

33 mm

~48 mm normaler Shaft

Schwerpunkt hinten, hohe Eigenstabilisierung, ruhiger Flug

In Verbindung mit den beiden Standard-Flightgrößen

- No.2 (schmaler, schnell, direkt, weniger Widerstand) &
- No.6 (breiter, stabilisierend, fehlerverzeihend)


ergeben sich folgende Kombinationen und Auswirkungen auf das Flugverhalten des Darts.

SHORT + NO. 6

Flugphase & Aerodynamik

Sehr geringe Oberfläche, Schwerpunkt weit vorne.
Extrem schneller Beschleunigungsaufbau, sehr späte Stabilisierung.
Flugbahn flach, direkt, kaum Eigenkorrektur.

Abwurfgefühl

Sehr hart und direkt.
Der Dart reagiert 1:1 auf den Release, keinerlei Dämpfung.

Steckwinkel

Flacher Eintritt, oft aggressiver Stand.
Gruppierungen nur bei perfektem Timing eng.

Fehlerverzeihung

Sehr gering – sowohl vertikal als auch horizontal.
Kleinste Release-Fehler werden sichtbar.

Optimal für

- sehr schnelle, explosive Werfer
- aggressiver Durchzug
- extrem konstanter Release

Ungeeignet für

- schiebender Wurf
- wechselnder Release
- Fokus auf Sicherheit & Konstanz

SHORT + NO. 2

Flugphase & Aerodynamik

Schneller Start durch kurzen Schaft, frühe Stabilisierung durch größere Flightfläche.
Flug bleibt direkt, aber kontrollierter.

Abwurfgefühl

Direkt, aber nicht nervös.
Spürbares Feedback, leichte Dämpfung.

Steckwinkel

Stabilerer Stand als No. 6, leicht steiler.
Bessere Reproduzierbarkeit.

Fehlerverzeihung

Mittel –
besonders aber vertikal verbessert.

Optimal für

- schnelle Werfer mit etwas Kontrolle
- Durchzug mit Rhythmus
- Spieler, die kurze Setups mögen

Ungeeignet für

- sehr sanfter Wurf
- Spieler mit stark variierendem Release

INTERMEDIATE + NO. 6

Flugphase & Aerodynamik

Ausgewogener Schwerpunkt, geringe Flightfläche.
Flug stabilisiert sich später, bleibt schnell und flach.

Abwurfgefühl

Klar, sauber, aktiv.
Der Spieler steuert den Dart, nicht umgekehrt.

Steckwinkel

Flacher Eintritt,
enge Gruppen bei sauberem Release.

Fehlerverzeihung

Mittel –
gute Balance, direkt & "ehrlich".

Optimal für

- mittlere bis schnelle Würfe
- klarer, reproduzierbarer Release
- Spieler, die direktes Feedback mögen

Ungeeignet für

- stark schiebender Wurf
- Fokus auf maximale Fehlerverzeihung

INTERMEDIATE + NO. 2

Flugphase & Aerodynamik

Neutraler Schwerpunkt, große Flightfläche.
Frühe Stabilisierung, ruhige, leicht bogenförmige Flugbahn.

Abwurfgefühl

Gedämpft, kontrolliert, ruhig.
Der Flight unterstützt aktiv die Ausrichtung.

Steckwinkel

Sehr gleichmäßiger, leicht geneigter Stand.
Hohe Gruppierungskonstanz.

Fehlerverzeihung

Hoch –
besonders vertikal.

Optimal für

- schiebender Wurf
- mittlere Geschwindigkeit
- Fokus auf Konstanz & Gruppierung

Ungeeignet für

- sehr explosive Würfe
- Spieler, die maximales Feedback wollen

MEDIUM + NO. 6

Flugphase & Aerodynamik

Schwerpunkt weit hinten, kleine Flightfläche.
Ruhiger, gleichmäßiger Flug.

Abwurfgefühl

Sanft, gleitend.
Wenig Nervosität.

Steckwinkel

Sauber, leicht geneigt,
einfacher reproduzierbar.

Fehlerverzeihung

Gut –
ausgewogen in beide Richtungen.

Optimal für

- ruhiger Wurf
- gleichmäßiger Rhythmus
- Spieler, denen No. 2 zu träge ist

Ungeeignet für

- sehr schnelle, aggressive Würfe
- Spieler, die direkten Punch wollen

MEDIUM + NO. 2

Flugphase & Aerodynamik

Maximale Oberfläche, Schwerpunkt stark hinten.
Sehr frühe Stabilisierung, höchste Eigenruhe.

Abwurfgefühl

Stark gedämpft, wenig Feedback.
Der Dart „fliegt von selbst“.

Steckwinkel

Sehr stabiler, oft etwas steiler Stand.
Extrem konstante Gruppen.

Fehlerverzeihung

Sehr hoch –
in beide Richtungen.

Optimal für

- sehr ruhige Würfe
- wenig Kraft
- Fokus auf Sicherheit

Ungeeignet für

- explosive Spieler
- Wunsch nach direktem Feedback

Diese Übersicht bietet natürlich "nur Anhaltspunkte". Der einzelne Wurf jeder Spielerin und jedes Spielers ist so individuell, wie auch die Anforderungen an den Dart selbst. Sie soll aber Anhaltspunkte geben, wie man seinen eigenen Wurfstil, seine Vorlieben und Anforderungen bestmöglich mit dem entsprechenden Setup unterstützen kann.

Am Besten einfach mal die Setups von anderen Spieler*innen probieren und daraus ableiten, was der Unterschied zur eigenen Zusammenstellung ist und mit Hilfe der Übersicht versuchen sich dem bestmöglichen Setup für die eigene Spielweise anzunähern.

TRAININGSKONZEPTE

Struktur schlägt Zufall


Ein effizientes und strukturiertes Training ist der Schlüssel zur Entwicklung. Wir zeigen dir verschiedene Trainingsideen, die du zu Hause oder im Verein nutzen kannst.

Grundstruktur einer Trainingseinheit

  • Warm-Up (15 Min): Lockeres Werfen, Zielübungen (z.B. „Clockwise 1–20“).
  • Technikblock: Wurfstil, Griffhaltung, Standposition (Übungen wie z.B. „Shanghai“, oder „100 Darts auf D20“)
  • Taktik & Checkout: Checkwege und Routen ab 60–170. Entscheidungsfindung bei Restpunkten.
  • Match- oder Spielsituation: z.B. 501 gegeneinander oder mit Handicap, „Best of 3“ unter Zeitdruck.

Wöchentlicher Trainingsplan-Vorschlag

  • Montag: Technik & Routine
  • Mittwoch: Checkout-Routen & Taktik
  • Freitag: Spielsimulation & Wettkampf

Siehe auch:

Unsere Trainingsseite mit weiteren Details zu Zeiten und Ablauf.

TIPPS & TRICKS

Aus der Praxis für die Praxis


Ein paar ehrliche Ratschläge, die man so nicht im Regelbuch findet:

Wurf & Technik

  • Filmt euch ab und zu – ihr erkennt viel mehr, als ihr denkt.
  • Wurfbewegung aus dem Unterarm, Schulter bleibt stabil.
  • Vertraue auf deine Routine – Wiederholung ist König.

Ausrüstung

  • Experimentiervarianten aufbewahren – Setups, Anforderungen und Vorlieben können sich mit der Zeit ändern.
  • Flights regelmäßig wechseln, wenn beschädigt – sie beeinflussen die Flugbahn.
  • „Fester Griff = harte Shafts“ – „leichter Griff = flexible Shafts“ (grob als Faustregel).

Mentales Spiel & Turnieralltag:

  • “Verlieren lernt man zuerst“ – Rückschläge gehören dazu.
  • Turniere = Erfahrung sammeln, nicht nur Siege einfahren.
  • Atmung vor wichtigen Darts kontrollieren (z.B. 4 Sekunden ein, 4 aus).

Nützliche Apps

  • Dart Counter
  • GoDartsPro
  • DartConnect
  • MyDartTraining
Dartpfeil